PaperPress

Butter bei die Fische

Beiträge / Ausgabe Nr. 455 März 2010
geschrieben von Redaktion am 16.03.2010, 09:21 Uhr

Seit nun fast genau einem Monat ist der ehemalige Geschäftsführer, aber immer noch 50-Prozent-Inhaber der Treberhilfe, Harald Ehlert, jeden Tag in der Abendschau und in allen Zeitungen zu sehen. Dutzende von Berichten und Kommentaren haben sich mit seinem Dienstwagen und seinem Gehalt beschäftigt. Mich verwundert, dass ich, außer in paperpress :), kaum irgendwo gelesen habe, dass auch für Harald Ehlert die juristische Unschuldsvermutung gilt.

Bislang gibt es nur die Aussagen des ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Thomas Dane (paperpres 455 O – 10.3.2010): Die Prüfung hat auf den ersten Blick ergeben, dass mehrere Sachverhalte nicht nachvollziehbar sind. Von der Geschäftsführung konnten diese nicht aufgeklärt werden. Es gibt daher Bedarf an weiteren Prüfungen zu den steuerlichen Status der Gesellschaft gefährdenden Sachverhalten und möglichen Pflichtverletzungen. Noch ist keine Transparenz hergestellt“.

Das ist eine Meinungsäußerung, aber kein Gerichtsurteil. Erst wenn dieses vorliegt und wenn alle Prüfungen abgeschlossen sind, kann es eine abschließende Bewertung geben.

Über Moral ist in den letzten Tagen viel geschrieben worden. Der Dienstwagen, das Gehalt. Über die Dienst- oder Privatwagen, die dienstlich genutzt werden, haben sich die Geschäftsführer der Sozialunternehmen öffentlich geäußert. Aber, wie sieht es mit deren Gehältern aus? Und wie viel bleibt bei deren Unternehmen am Ende des Jahres übrig? Die Diakonie und der Paritätische Wohlfahrtsverband könnten doch die „Social Profit“-Marken ihrer Mitglieder veröffentlichen. Es wäre doch schön, Vergleichszahlen zu haben. Sind zirka eine Million Überschuss am Jahresende, wie bei der Treberhilfe, die Ausnahme oder der Regelfall.

Und wie sieht es mit den Gehältern aus? Es kann doch nicht sein, dass wir nachlesen können, wie viel jeder x-beliebige Stadtrat, Bezirksbürgermeister, Regierender Bürgermeister, Universitätspräsident, Abgeordnetenhauspräsident, BVG-Direktor, Bundeskanzler und so weiter und so weiter erhält, aber nicht die zu 95 Prozent staatsfinanzierten Geschäftsführer der Sozialunternehmen. Hosen runter, Karten auf den Tisch: Gehen Sie mit gutem Beispiel voran, Herr Dane, Herr Menninger und all die anderen…Von Sozialsenatorin Bluhm kennen wir die Bezüge und von Ihnen leider nicht.

Ed Koch


Der Beitrag kommt von PaperPress
  http://www.paperpress.org/

Die URL für diesen Beitrag lautet:
  http://www.paperpress.org/modules.php?op=modload&name=News&file=article&sid=1065