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Beiträge: Es geht voran am Gasometer

geschrieben von: Redaktion am 17.01.2009, 06:39 Uhr
paperpress441 
Am 8. Dezember 2008 erfolgten die ersten Spatenstiche auf der Nordspitze des ehemaligen Gasaggeländes unweit des S-Bahnhofs Schöneberg. 15.000 t Erdreich, zum Teil erheblich kontaminiert und lediglich durch eine ca. 10 cm unter der Oberfläche liegenden Plastikfolie abgedeckt, mussten abtransportiert werden.
Jetzt trafen sich der Eigentümer des Geländes, Reinhard Müller, und Bezirksstadtrat Oliver Schworck (SPD) mit Journalisten erneut vor Ort, um bekannt zu geben, dass der Job fast getan ist. Auf dem 7.000 qm großen Areal, das der Fläche eines Fußballfeldes entspricht, soll eine Grünanlage entstehen. Die Grünfläche bildet dann den Nordteil des Europäischen Energie Forums EUREF, das rund um den Gasometer bis 2012 entstehen soll.

Die so genannte Sohlenverprobung, so Reinhard Müller bei einem Pressegespräch am 15. Januar 2009, sei so gut wie abgeschlossen. Damit kann demnächst die Wiederauffüllung und Verfestigung des Bodens beginnen. Für den Spätherbst wird mit der Öffnung des Parks gerechnet. Danach wird das bisher streng abgeschottete Gelände erstmals als Grünfläche der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Europäische Energie Forum stellt damit seinen Nachbarn und dem Stadtteil den lange vermissten öffentlichen Park zur Verfügung. Ein Schandfleck auf der Landkarte wird in einen wertvollen Bestandteil des Schöneberger Kiezes verwandelt.

Denn 125 Jahre Gaswerk hatten auf dem Gasag-Gelände Spuren hinterlassen. Die Verunreinigung im Bereich der Nordspitze von der Bodenoberfläche bis zu einer Tiefe von 2,7 m lag so weit über den zulässigen Werten, dass nicht einmal eine weitere Industrienutzung zulässig gewesen wäre. Der Grund dafür war die Auffüllung der Fläche mit alten Gasreinigermassen aus dem Gaswerkbetrieb. Hauptschadstoffe waren PAK (Polyaromatische Kohlenwasserstoffe, s.u.) und Cyanide, bis zu 490mal über den zulässigen Werten. Daher mussten die verseuchten Böden saniert werden; das hoch kontaminierte Erdreich wurde abgetragen und gewaschen.

Als nächstes wird mit der Sanierung der so genannten (gemauerten) Teergrube begonnen. Durch die Ziegeleinfassung blieb das umgebende Gelände von Verschmutzung verschont. Für die insgesamt ca. 500 qm große Fläche südlich des Retortenhauses mit ca. 3.000 m3 Erdreich wird mit etwa 240 Lkw-Fuhren (1M3 = 2 Tonnen) gerechnet. Auch diese werden gewaschen; die dabei anfallenden Reste müssen als Sondermüll entsorgt werden. Verfüllt wird der Bereich mit dem nicht kontaminierten Bodenaushub der Südfläche.

Die GesamtInvestitionen auf dem Gelände betragen 500 Millionen Euro. 5.000 Arbeitsplätze im ersten CO2-neutralen Büroviertel Europas sollen geschaffen werden. Nach der Einstellung der Gasproduktion und der Übernahme des Grundstücks durch die DENKMALplus AG bekommt das Areal des früheren Gaswerks damit eine neue Perspektive.

Zwei Millionen Euro kostet die Sanierung der Nordspitze, wovon eine Hälfte DENKMALplus bezahlt und Berlin sowie die GASAG sich den Rest teilen. Der für die Grünflächen im Bezirk verantwortliche Stadtrat Oliver Schworck, betonte bei dem Pressegespräch, dass sich der Bezirk allein diese Sanierung nicht hätte leisten können. Ohne den Investor wäre das Gelände ewig eingezäunt und nicht für die Öffentlichkeit zugänglich gewesen. Schworck unterstrich, dass es richtig gewesen sei, den Boden vollständig auszutauschen, damit auch nicht der geringste Verdacht einer fortbestehenden Kontaminierung aufkommen könne. Es sei selten gelungen, so Schworck, in so kurzer Zeit mit einem Investor über Maßnahmen zu verhandeln und diese auch umzusetzen. Befürchtete Beschwerden der Anwohner wegen der vielen Lkw-Fahrten zum Abtransport des Bodens, blieben aus. Trotz der Verseuchung des Geländes und der Möglichkeit, dass Schadstoffe ins Grundwasser gelangen könnten, versicherte Schworck, dass zu keiner Zeit eine Gefahr für die Anwohner bestand.

Investor Reinhard Müller stellte in Aussicht, dass in Kürze mit dem Umbau des so genannten Retortenhauses begonnen werde, in dem bis zur Fertigstellung des Neubaus, das EUREF Institut (wir berichteten) einziehen und seine Arbeit aufnehmen wird.

Die EUREF gGmbH i.G. hat inzwischen das Kürzel für „in Gründung“ abgelegt und beginnt jetzt mit den Vorbereitungen zur Aufnahme des Studienbetriebs. Foto: Geschäftsführer Dr. Lothar de Maiziére im Gespräch mit paperpress-Herausgeber Ed Koch am Modell des EUREF-Areals.

Als erster Neubau auf dem Gelände ist ein Hotel geplant. Reinhard Müller ist derzeit mit verschiedenen Trägern in Verhandlungen. Das Hotel soll vor allem auch den Studierenden am EUREF-Institut eine Herberge bieten. Müller hat sich für das Hotel ein ganz besonderes Konzept ausgedacht. Es werde für die Zimmer einen Grundpreis geben, eine Art „Kaltmiete“. Den Energie- und Wasserverbrauch regelt der Gast selbst. Wie schon heute in vielen Hotels üblich, geht das Licht nur an, wenn man seine Zimmerkarte kurz hinter der Tür in einen Schlitz steckt. Müller will über diese Karte den Strom- und Wasserverbrauch erfassen. Dafür werden Punkte berechnet, Minuspunkte versteht sich. Diese kann man aber durch Pluspunkte wieder ausgleichen, beispielsweise im Fitnessstudio am Fahrrad. Über das Hotelkonzept berichten wir in einem gesonderten Beitrag.


  
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