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Neues von der Treberhilfe - Ehlert hat die Macht wieder übernommen

geschrieben von: Redaktion am 07.04.2010, 08:39 Uhr
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Der berühmteste, leider auch umstrittenste Sozialunternehmer Deutschlands, Harald Ehlert, verbringt seine Zeit nach wie vor in der preiswert angemieteten Wohnung in der firmeneigenen Villa in Caputh. Dort, umgeben von Hauspersonal, das bei der gGmbH angestellt ist, empfängt er den inzwischen einzigen Geschäftsführer der Treberhilfe gGmbH, Dietrich Fenner, und die beiden Vorstandsmitglieder des Treberhilfe e.V., Carsten Lobbedey und Christian Jäger. Fenner, Lobbedey und Jäger gelten als Ehlert-Vertraute. Es ist davon auszugehen, dass dieses Quartett, unter Leitung von Ehlert, die Richtlinien der Politik des Unternehmens weiterhin bestimmt.
Der unmittelbare Nachfolger Ehlerts in der Geschäftsleitung der Treberhilfe gGmbH, Jens Fischer, ist gestern vom Ehlert-Clan abberufen und in den Urlaub geschickt worden. Gleichzeitig entzog man auch dem Leiter des Bereichs Wohnprojekte, Ingo Bullermann, die Prokura. Die von Fischer eingeleiteten Reformen können vorerst nicht fortgesetzt werden.

Der neu gegründete Aufsichtsrat der gemeinnützigen GmbH, besteht nach wie vor aus Lobbedey und Jäger und nach uns vorliegenden Informationen jetzt neu auch aus dem Rechtsanwalt Carsten Krüger, der die Funktion des Vorsitzenden innehat. Anfangs bestand der Aufsichtsrat aus vier Mitgliedern, nämlich dem Diakonie-Vorstand Thomas Dane und der Ex-Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner. Thomas Dane ist nach kurzer Zeit abberufen worden und Frau Knake-Werner räumte freiwillig das Schlachtfeld. Aufklärer und Reformer finden ein schnelles Ende im Ehlert-Clan. Ein weiterer Rechtsanwalt bereichert den dann zum Sextett angewachsenen Ehlert-Clan, nämlich Michael Schultz. Er soll treuhänderisch Anteile an der gGmbH tragen, vermutlich für Ehlert. Die Öffentlichkeitsarbeit der Treberhilfe verzeichnet diese Personalien nicht auf ihrer Seite. Dort enden die Pressemitteilungen am 24.2.2010, allerdings mit einem Link zur Seite der Diakonie. Die aktuellste Pressemitteilung dort ist vom 12.3.2010.

Die Herren Jäger und Lobbedey verbringen ihre Zeit u.a. damit, Personalversammlungen zu besuchen und zu protokollieren. Anschließend geht die Fahrt nach Caputh, um dem Big Boss Bericht zu erstatten.

Zur Erinnerung: Harald Ehlert hält 50 Prozent der gGmbH, vermutlich derzeit durch einen Treuhänder, die anderen 50 Prozent gehören dem e.V., der durch Jäger und Lobbedey vertreten wird. Gegenwärtig prüft die Staatsanwaltschaft einen Anfangsverdacht gegen Ehlert wegen Untreue. Die Steuerbehörden überprüfen, ob der gGmbH die Gemeinnützigkeit abzuerkennen ist. Der e.V., der aus dem Paritätischen Wohlfahrtsverband ausgeschlossen wurde, klagt gegen diese Entscheidung. Und ob das Diakonische Werk die Treberhilfe gGmbH ausschließen wird, ist auch noch nicht entschieden. All diese Prüfungen dauern an, und es können unter Umständen noch Monate ins Land gehen, ehe Entscheidungen getroffen werden.

Mittlerweile geht die Arbeit der Treberhilfe weiter, und das ist gut, denn niemand hat ernsthaft die Qualität der Arbeit des Trägers in Frage gestellt. Aufgeheizt wurde die Volksseele allein wegen der so genannten Maserati-Affäre, dem Dienstwagen von Harald Ehlert. Im Nachgang wurde von den Medien aufgelistet, was sich das Sozialunternehmen sonst noch alles so leistet, einen großen Fuhrpark, der im Wesentlichen aus BMWs besteht, und dem Anwesen in Caputh, das einige Millionen verschlungen hat und als Fortbildungseinrichtung des Unternehmens fungieren soll. Alle anderen Vorkommnisse die Treberhilfe betreffend, sind in diversen Pressespiegeln nachzulesen.

Unabhängig vom Ausgang aller Ermittlungen und Untersuchungen müsste dem Ehlert-Sextett klar sein, dass es nicht die Zukunft des Unternehmens darstellt. Selbst wenn Harald Ehlert am Ende als unbescholtener Bürger dasteht, dem man rechtlich nichts vorwerfen kann, so gelten er und sein Clan in der Branche als verbrannt. Es kann nur einen wirklichen Neuanfang geben, in einer neuen Gesellschaft mit vollkommen neuen Leuten. Das würde auch bedeuten, dass die jetzigen Anteilseigner der gGmbH ihre Anteile an eine neue Gesellschaft übertragen müssten. Nicht auszuschließen ist, dass alles auch mit einem großen Paukenschlag, nämlich der Insolvenz der gGmbH endet. Ob das, vor allem für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angenehm wäre, darf bezweifelt werden. Einerseits. Andererseits wäre das das Ende mit Schrecken, aus dem ein Neuanfang entstehen könnte. Vermutlich besser, als wenn sich das Schrecken ohne Ende fortsetzte.

Eines ist auf jeden Fall klar: Die Geschichte um den Ehlert-Clan geht weiter. Fortsetzung folgt.

Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales sowie das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, veranstalten am 22. April 2010 einen Fachtag zum Thema: Aus der „Maserati-Affäre“ lernen!

Geradezu kurios ist der Umstand, dass die Veranstaltung im BVV-Saal des Rathauses Schöneberg stattfinden soll. Dort fand am 12. Februar 2010 ein anderer Fachtag statt, veranstaltet von Harald Ehlert zum Thema „Social Profit“, womit er die Sozialbranche aufmischen wollte und sie nachhaltig verunsichert und verärgert hat. Die Rache ließ nicht lang auf sich warten, nur vier Tage später begann die „Maserati-Affäre“, die wochenlang durch die Medien gejagt wurde. Übrigens: Dass Harald Ehlert einen Maserati als Dienstwagen fuhr, ist seit Ende 2008 durch Veröffentlichungen im TAGESSPIEGEL und paperpress bekannt. Manchmal dauert es eben etwas länger, ehe sich jemand aufregt.

Nach Begrüßungen von Sozialsenatorin Carola Bluhm und Susanne Kahl-Passoth, Direktorin des Diakonischen Werks Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, sollen folgende Aspekte bei dem Fachtag behandelt werden:

• Schwachstellen in den Strukturen gemeinnütziger Träger, Birgit Galley, School of Governance, Risk & Compliance
• Anforderungen an gemeinnützige Träger und Kontrollfunktionen der Finanzverwaltung
• Refinanzierungszwänge in der Sozialwirtschaft und Sicherung von Arbeitnehmerrechten? Doro Zinke, DGB Berlin-Brandenburg (angefragt)
• Überschüsse in der Sozialwirtschaft: Wie ist das möglich? Thomas Dane, Diakonisches Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
• Die „Maserati-Affäre“: Bewertung aus Sicht der Medien, Dr. Hajo Schumacher
• Transparenz der Sozialwirtschaft: Handlungserfordernisse
• Sachgerechte Verwendung öffentlicher Mittel: Erwartungen der Politik, Rainer Maria Fritsch, Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales
• Sachgerechte Verwendung öffentlicher Mittel: Freie Träger in der Verpflichtung, NN
• Vertrauen und Kontrolle: Wohlfahrtsverbände in der Verpflichtung, NN

Besonders freue ich mich auf den Programmpunkt mit Hajo Schumacher, auch bekannt als Kolumnist Achim Achilles. Ob der Dampfplauderer von Radio Eins, der vertretungsweise Frühkommentare zu bewegenden Themen des Alltags vortragen darf, die berühmte Verse des Achilles treffen wird, bleibt abzuwarten.

Es versammelt sich also am 22. April so eine Art „Freundeskreis“ von Harald Ehlert am historischen Ort des Beginns seines Abstieges. Sicherlich werden die Herren Jäger und Lobbedey im Publikum sitzen, die Veranstaltung protokollieren und anschließend die knapp einstündige Reise nach Caputh antreten, um Bericht zu erstatten.

Ed Koch

  
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