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Es ist Zeit, der Opfer zu gedenken

geschrieben von: Redaktion am 18.04.2021, 07:33 Uhr
paperpress588 
Nicht nur in schwierigen Zeiten ist es gut, einen Bundespräsidenten zu haben, der über Empathie verfügt. Ohne Frank-Walter Steinmeier hätte es vermutlich noch länger gedauert, ehe mal jemand auf die Idee gekommen wäre, der Opfer der Pandemie zu gedenken.

ARD 10:15 Uhr – Ökumenischer Gottesdienst / Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche
ZDF 12:50 Uhr – Gedenkfeier aus dem Konzerthaus am Gendarmenmarkt

80.000 Corona-Tote in Deutschland, drei Millionen weltweit. Unermesslich die Zahl der Schicksale, die damit verbunden sind. Es ist also höchste Zeit, innezuhalten. Ich hätte mir das aber nicht an einem Sonntag gewünscht, sondern mitten in der Woche, mit einem totalen Lockdown. Das hätte das Nachdenken vielleicht mehr angeregt. Wie das Kaninchen auf die Schlange schauen wir jeden Tag auf die 7-Tage-Inzidenz und richten danach unser Leben aus. Die richtigen Werte, an die wir uns zu orientieren hätten, wären die Zahl der Toten und die Belegung der Intensivbetten.

Beim Nennen des Wortes Intensivbetten kommt schon das erste generelle Problem hoch. Ist die Zahl der Betten ausreichend? Laut Statista sind per 16. April 22.903 Intensivbetten in Deutschland belegt. 3.804 Betten sind noch frei. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist das medizinische Personal. Es sind Horrormeldungen, dass immer mehr Pflegekräfte aufgeben und sich andere Berufe suchen. Es geht nicht nur ums Geld, sondern um die Belastung. Und diese Belastung wäre erträglicher, wenn es genügend Beschäftigte gäbe.

Auf eine Pandemie dieses Ausmaßes war niemand vorbereitet. Da nützt es wenig zu sagen, dass dies andere auch nicht waren. Zuerst sollte man das eigene Haus in Ordnung halten. Das Gesundheitswesen ist schon vor langer Zeit zum reinen Geschäft verkommen. Eine Branche, mit der sich sehr viel Geld verdienen lässt. Der Staat hat den freien Markt gewähren lassen. Lernen wir etwas daraus? Das ist bisher nicht feststellbar. Längst hätten finanzielle Anreize die Abwanderungswelle der Pflegekräfte stoppen können. Aber mit Wellenbrechen tun wir uns schwer. Unser Staat bekommt es nicht einmal hin, intelligente Lösungen zur Bekämpfung der Pandemie zu finden, sondern wirft mit Begriffen wie „Brücken-Lockdown“ oder „Bundes-Notbremse“ um sich. Das sind lediglich Kandidaten für die Unworte des Jahres. Auf das Staatsversagen bei der Beschaffung von Impfstoffen, will ich nicht auch noch eingehen. Es hätten Menschenleben gerettet werden können. Gedenken wir also heute der vielen Toten und schämen uns, dass wir sie nicht retten konnten.

Ein Wunsch noch zum Schluss an Laschet und Söder. Teilt uns bitte nicht ausgerechnet heute mit, wer von Euch Oppositionsführer im nächsten Bundestag werden möchte. Über-lagert bitte nicht die Berichterstattung über die Gedenkveranstaltung durch Eure Egotrips.

Ed Koch


  
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