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Trauer um Regina Szepansky

geschrieben von: Redaktion am 22.09.2019, 02:26 Uhr
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Tief betroffen haben wir die Nachricht vom Tod von Regina Szepansky vernommen. Sie verstarb am Freitag, dem 13. September 2019, in Berlin im Alter von 54 Jahren. Regina wurde am 13. Juni 1965 als Tochter von Gerda und Wolfgang Szepansky in Berlin geboren. Wolfgang Szepansky, ehemaliger Widerstandskämpfer und Verfolgter des Naziregimes wirkte bis zu seinem Tod im Jahr 2008 als Zeitzeuge über das Unrechtsregime der Nationalsozialisten und klärte Schüler, Jugendliche und Erwachsene über den Faschismus auf und mahnte vor neuen nationalistischen Tendenzen. Auch an den vom Paper Press e.V. mit Wolfgang durchgeführten „Antifaschistischen Stadtrundfahrten zu Stätten des Widerstandes und des Naziregimes“ durch Tempelhof nahm Regina teil und half bei den Recherchen zu den einzelnen Stationen.


Regina wurde von ihrem Mariendorfer Elternhaus geprägt, da sich auch ihre Mutter Gerda mit dem Nationalsozialismus und sozialen Fragen der Gegenwart politisch und als Schriftstellerin auseinandersetzte. So arbeitete sie schon als Jugendliche politisch im Sozialistischen Jugendverband Karl Liebknecht und begann sich besonders in der Erinnerungsarbeit zu engagieren. Regina sagte hierzu: „Was nun meine Identität anbelangt, so hat mich die Geschichte meiner Eltern und ihre unermüdliche Aktivität sehr beeinflusst. Von meinem Selbstverständnis her werde ich immer eine Linke bleiben, im Sinne all dessen, was diese Haltung heute für mich ausmacht: Humanismus und Bürgerrechte, soziale Gerechtigkeit, Akzeptanz und Offenheit.“

Nach dem Tod ihrer Mutter 2004 begleitete sie ihren Vater zu gesellschaftlichen und politischen Veranstaltungen und so kam es auch zu engeren Kontakten zum Sachsenhausenkomitee, deren stellvertretende Vorsitzende sie 2006 wurde. Seit 2007 war sie Mitglied der Revisionskommission und Schriftführerin des Internationalen Sachsenhausen Komitees. In Tempelhof-Schöneberg wirkte sie seit 2013 als Projektleiterin von „Wir waren Nachbarn − Biografien jüdischer Zeitzeugen“. Die Ausstellung erinnert an die Schicksale der von 1933 bis 1945 verfolgten und ermordeten jüdischen Nachbarn aus dem heutigen Tempelhof-Schöneberg. „Wir waren Nachbarn" ist auch dank des Einsatzes von Regina eine hochangesehene Dauerausstellung im Rathaus Schöneberg. Dort kann auch die Geschichte von Wolfgang nach-vollzogen werden. Zum Tode von Regina sagte die Bezirksbürgermeisterin, Angelika Schöttler (SPD): „Im Namen des gesamten Bezirksamtes spreche ich den Hinterbliebenen von Regina Szepansky mein aufrichtiges Beileid aus. Unsere tiefe Anteilnahme gilt ihrer Tochter und ihrem Mann. Wir werden Regina Szepansky und ihr Wirken für die Erinnerungskultur in Tempelhof-Schöneberg und insbesondere für ‚Wir waren Nachbarn‘ sehr vermissen und behalten sie in Dankbarkeit in Erinnerung."

Regina studierte an der Freien Universität Berlin Religionswissenschaft und Germanistik, arbeitete freiberuflich im Kulturbereich und in verschiedenen Projekten. So war sie Mitglied der Jury des Oranienburger Toleranzpreises des Franz-Bobzien-Preises. Dieser Preis wird von der Stadt Oranienburg ge-meinsam mit der Gedenkstätte und dem Museums Sachsenhausen verliehen. Im Sommer 2019 wurde sie als Beiratsmitglied in die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten berufen.

In den letzten Monaten galt ihr Streben der erneuten Beschaffung und Anbringung der Gedenktafel für ihren Vater am ehemaligen Schultheiß-Gelände in der Kreuzberger Methfesselstraße. Hier war im April dieses Jahres zum vierten Mal die Gedenktafel von Unbelehrbaren zerstört worden. Die neue Tafel sollte im Beisein von Regina am 9. Oktober, dem 109. Geburtstag ihres Vaters, erneut befestigt werden. Die Teilnahme an dieser Veranstaltung war ihr nicht mehr vergönnt.

Regina ist viel zu früh gestorben. Wer mit ihr zusammen arbeitete, erlebte einen freundlichen, hilfs-bereiten, in seiner Haltung unbeirrbaren Menschen, der voller Tatendrang war. Sie kämpfte gegen Intoleranz, nationalistische und faschistische Tendenzen und wurde so zu einer festen Größe in der Berliner und Brandenburger Erinnerungskultur.

Den Kampf gegen den Krebs hat sie leider verloren. Ihr Wirken wird in Erinnerung bleiben und bei ihren Freunden wird sie immer einen Platz in deren Herzen haben.

Die Trauerfeier findet am Mittwoch, dem 2. Oktober 2019, um 13.00 Uhr auf dem Mariendorfer Friedhof in der Friedenstraße statt, wo sie neben ihrem Vater ihre letzte Ruhestätte finden wird.

Uwe Januszewski

  
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