Willkommen bei PaperPress Jugendpolitischer Pressedienst
suchen  
Hauptmenü  

Online  
Es sind 9 Besucher und 0 _MEMBER0 online..

Anmeldung

Sprachen  
Sprache auswählen:


  

Gedenken an Wolfgang Szepansky

geschrieben von: Redaktion am 09.10.2016, 16:33 Uhr
paperpress534 
Heute, am 9. Oktober 2016, wäre Wolfgang Szepansky 106 Jahre alt geworden. Zum Gedenken an den Widerstandskämpfer wurde in der Kreuzberger Methfesselstraße eine Erinnerungstafel angebracht. Und zwar an jener Mauer der damaligen Schultheiß-Brauerei schrieb Wolfgang Szepansky die Worte: „Nieder mit Hitler! KPD lebt! Rot Front!“ Ins unweit gelegene KZ Columbiahaus wurde er verschleppt. Er kam frei, ging ins niederländische Exil, wurde geschnappt, kam in ein Internierungslager, ins Gefängnis und später ins KZ Sachsenhausen.

Wenn sich jetzt jemand fragt, warum ihm das bekannt vorkommt, lautet die Antwort: Richtig. Denn heute wurde bereits zum dritten Male an selber Stelle eine Tafel zu Ehren von Wolfgang Szepansky angebracht. Die Leidensgeschichte der Erinnerung an einen aufrechten Widerstandskämpfer ist in der Fußnote der Tafel vermerkt: „Angebracht am 11. August 2012. Zerstört im Februar 2015. Erneuert am 2. Mai 2015. Entwendet im August 2015. Erneuert am 9. Oktober 2016.“ Was sind das für Menschen, die es nicht ertragen können, dass an Helden erinnert wird? Gerade in dieser Zeit, wo ein Erstarken rechter Gesinnung deutlicher zu spüren und an Wahlergebnissen abzulesen ist, als in den Jahren zuvor, muss diese Frage immer wieder gestellt werden. Es ist nicht wichtig, wie viele Mitglieder eine Partei hat, nicht wichtig, wie viele von ihnen Neonazis sind, entscheidend sind die Mitläufer getarnt als biedere Bürger. Die NSDAP hatte nach eigenen Angaben 1943 rund acht Millionen Mitglieder bei etwa 80 Millionen Menschen, die damals im Deutschen Reich lebten. Mitmarschiert sind viele Millionen. In unserem Land darf nie vergessen werden, dass die Nazis durch Wahlen an die Macht kamen und die Demokratie in der Weimarer Republik zu schwach war. Die Nazis schafften sie ab. Wie das Drama ausging, können wir fast jeden Tag bei ZDF Info sehen. Ich vertraue darauf, dass unsere Demokratie heute wehrhafter ist, wobei mir Bertolt Brechts Satz aus seinem Arturo Ui „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch“, nicht aus dem Kopf gehen will.

Gut 100 Freunde, darunter viele, die Wolfgang Szepansky, der 1910 geboren wurde und 2008 starb, noch persönlich kannten, waren heute zur Enthüllung der dritten Gedenktafel gekommen. Christine Kühnl-Sager vom „Aktiven Museum Faschismus und Wi-derstand in Berlin e.V.“ begrüßte die Anwesenden. Szepanskys Enkelin Belana und die Kreuzberger SPD-Bundestagsabgeordnete Cansel Kiziltepe hiel-ten kurze Erinnerungsreden, und Gina Pietsch sang einige Lieder. Szepanskys Tochter Regina und Enkelin Belana enthüllten dann die Tafel.

Wolfgang Szepansky war zeitlebens aktiver Antifaschist, hielt hunderte von Vorträgen und begleitete Gedenkstättenfahrten. 1996 erhielt er dafür gemein-sam mit seiner Frau, der Schriftstellerin Gerda Szepansky, das Bundesverdienstkreuz. paperpress wird in besonderer Weise die Erinnerung an Wolf-gang Szepansky wach halten. Zwischen 1980 und 2007 haben wir mit ihm 64 Antifaschistische Stadt-rundfahrten durch Tempelhof mit über 2.000 Teil-nehmern durchgeführt.

Ed Koch

  
Anmeldung  




 


Registrierung

Impressum  
p a p e r p r e s s
Ed Koch (Herausgeber und verantwortlich für den Inhalt)
Träger: Paper Press Verein für gemeinnützige Pressearbeit in Berlin e.V.
Vorstand: Ed Koch - Mathias Kraft
Postfach 42 40 03
12082 Berlin
Email: paperpress[at]berlin.de
PDF-Newsletter-Archiv:
www.paperpress-newsletter.de

Diese WebSite wurde mit PostNuke CMS erstellt - PostNuke ist als freie Software unter der GNU/GPL Lizenz erh�ltlich.